Irrwege #5 :: LIPSIUS VIBES zur Neuen Sachlichkeit

Gestern war es wieder soweit: Die Jungen Freunde der Staatlichen Kunstsammlungen luden zur 5. LIPSIUS VIBES ein – eine Fete zur Ausstellung “Neue Sachlichkeit in Dresden” im Lipsiusbau auf der Brühlschen Terrasse. Natürlich waren dort keine Fahrräder erlaubt, und schon gar keine kleinen, gelben Klappfahrräder. Also, mach sich voller Vorfreude meine Halterin ohne mich auf den Weg – mit der gelben(!), großen, elektrisch betriebenen Karrosse auch bekannt unter “Tram”.
Bei der Rückkehr meiner Besitzerin vermisste ich die sonstige Begeisterung, die sie bei vorherigen LIPSIUS VIBES erlebte. Grund hierfür war einerseits die ungünstig gewählte Tanzfläche, die nicht so recht animierende Musik und die generelle Schwierigkeit, etwas Trinkbares zu ergattern. Aber man soll ja immer mit dem positiven anfangen:

Die Ausstellung “Neue Sachlichkeit in Dresden”

Allein der Ausstellungsort ist bereits erlebenswert: die unverputzten Wände eröffnen den Blick für die Geschichte des Gebäudes. Der Ausstellungssaal selbst lässt die Werke durch ein gelungenes Oberlicht in Tageslicht-Manier erstrahlen (mehr zur Restaurierung kann bei German Architects erfahren werden).
Begeisterung riefen wohl die ausgestellten Werke hervor – von Dix bis Querner ließ ja auch einiges erhoffen. Aber zunächst fielen seltsam kostümierte Menschen in der gleichförmigen Masse der Party- und Ausstellungsgänger auf. Wie auf dem Blog der Staatlichen Kunstsammlungen zu lesen ist, sind diese im normalen Leben Kunststudenten der HfBK und gehörten wohl zum Inventar. Nach dieser Irritation konnte meine Halterin aber einige neue Werke für sich entdecken. Die Höhepunkte der Ausstellung seien folgend kurz dargestellt:

Wilhelm Lachnit "Mädchen im Pelz"

Wilhelm Lachnit "Mädchen im Pelz"
Bildquelle: http://www.skd.museum

Walter Spies "Abschied"

Walter Spies "Abschied"
Bildquelle: http://aesthetisches.blogspot.de

Walter Spies "Karussell"

Walter Spies "Karussell"
Bildquelle: http://theartoftwo.wordpress.com

Otto Griebel "Sunday Afternoon"

Otto Griebel "Sunday Afternoon"
Bildquelle: http://weimarart.blogspot.de

Otto Griebel "Ein Stück europäischer Kulturaufschnitt "

Otto Griebel "Ein Stück europäischer Kulturaufschnitt "
Bildquelle: http://www.dhm.de

(falls sich jemand wundert, dass Dix hier keine Rolle spielt, obwohl seine Werke den Großteil der Ausstellung ausmachen: Die Werke von Dix sind zum großen Teil schon bekannt. An dieser Stelle sollten nur Neuentdeckungen erscheinen.)

Missstand#1 :: Tanzfläche

Wie bereits angedeutet war der Ort der Tanzfläche ungünstig gewählt. Eh man durch die Musik (mehr oder weniger) angeheitert werden konnte, befand man sich bereits auf der hinter der Tanzfläche befindlichen Treppe – sitzend oder stehend, in jedem Fall unbequem. Gleichzeitig versperrte man den Weg für all diejenigen, die noch die Ausstellung sehen wollten. Hinzu kam, dass die nächstgelegene Bar durch die Tanzenden blockiert wurde (das führte zu einem weiteren Missstand…). Mit anderen Worten versperrten die Tanzenden den Zugang zur Flüssigkeit und die Tanz-Unmüßigen auf der Treppe den Weg zur Ausstellung. Also ein vielversprechender Abend…

Missstand#2 :: Tanzen?!

Die vielgepriesenen “Schön Schwarz und Kokü” konnten einen Großteil der Menge nicht zum Hüftschwingen o.ä. animieren. Vielmehr führten sie zur Blockade aller Wege. Der gelobten Mischung aus Nu Jazz, Breaks, Elektroswing und House fehlte der Wumms, um es lautmalerisch auszudrücken. Es war zu seicht, zu flach und zu harmlos – nicht zuletzt auch nicht neu.

Missstand#3 :: Trinkbares

Weiter oben bereits erwähnt, wurde eine der 2 (!) Bars fast vollständig versperrt. Die zweite Theke war dementsprechend überfüllt. Ohne viel Vorbau und blonde Locken war nicht viel zu holen. Dies führte zu einer leichten Austrocknung, die dann andern Orts ausgeglichen werden musste. So endete der Abend in der Kunsthallte im Lipsiusparty mit schöner Kunst und mäßiger Party ziemlich früh.

Zusammengefasst war der Abend: Ausstellung prima – Fete niemehr!

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Und sonst so

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